Auf anderen Wegen ...

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Wenn ich auf die letzten 30 Jahre zurückblicke, oder zumindest die Jahre betrachte, an die ich mich bewusst erinnere, dann hatte ich wirklich verdammt viel Glück. Eigentlich ist wenig schief gelaufen oder nicht so wie ich es mit vorgestellt habe.

Selten musste ich andere Wege einschlagen, einen Umweg gehen. Ich war bis jetzt eigentlich eine der Glücklichen die immer geradewegs über die Ziellinie gelaufen sind und noch nicht viele Rückschläge einstecken musste. Ich muss dabei aber auch zugeben, dass ich nie wirklich viel Risiko eingegangen bin. Ich bin eher der Typ Mensch, der gern auf der sicheren Seite ist, weiß was er im Leben bekommt und auch gerne weit im voraus plant. No Risk No Fun - ist glaube ich, so ziemlich genau mein Anti-Motto.

Klingt vielleicht alles sehr langweilig - lässt mich aber ruhig schlafen.


Veränderungen sind etwas, was mir Unbehagen bereitet. Meistens jedenfalls. Sie hinterlassen ein eher schweres Gefühl in der Magengegend und bringen meine innere Ruhe und Gleichgewicht aus dem Takt. Ich verlasse einfach ungern meinen sicheren Hafen ohne genau zu wissen, wo die Reise hingeht.


"Veränderungen machen uns vor allen Dingen deshalb Angst,weil sie uns dazu zwingen, uns aus der Hängematte der Gewohnheit herauszubegeben"
©Helga Schäferling (*1957)


Dieses Zitat trifft für mich so ziemlich genau den Nagel auf den Kopf. Ich gebe zu - ich bin ein Gewohnheitstier und gerade, wenn einen plötzlich Veränderungen im Leben überraschen, die man weder geplant noch herbei gewünscht hat, dann gerät die schöne heile Welt für einen Augenblick ins Wanken.



Und ich habe noch ein Zitat gefunden. 

"Veränderungen sind oft unangenehm, gewiß, aber nicht minder wichtig wie die Puppe für die Raupe, will sie ein wunderschöner Schmetterling werden."
© Sigrun Hopfensperger (*1967)


Vielleicht stimmt es und wir brauchen diese Veränderungen und im Nachhinein betrachtet, war sie notwendig, damit etwas  noch viel schöneres entsteht.
So viele liebe Menschen haben mir in den letzten Tagen gesagt, dass alles einen Sinn hat, auch wenn man ihn manchmal erst später erkennt.



Wer weiß, vielleicht habt ihr recht und alles, auch diese ungewollte Kurve in meinem Lebensplan, stellt sich am Ende als lohnenswerter Umweg heraus.
Ich hoffe es. Sehr sogar! Den wirklich ruhig schlafen, lässt mich die aktuelle Situation nicht.


Stoff: French Sweat von Evlis Needle
Schnitt: ROYA (aktuell im Probenähen)

Ich drücke vor allem all die lieben Mädels aus meinem atuellen Probenähteam, die mir so viel Mut zugesprochen haben. Danke! Ihr seid toll ♥



                                                                                                      




                                                                                                                                        *verlinkt bei RUMS






Hallo ICH - Wo bist Du?

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Wer bist DU? JA genau DU ... die mich mit ihren verschlafenen Augen aus dem Spiegel anschaut? Mmmh irgendwie kommst du mit bekannt vor, seh ich dich doch schließ lich jeden Tag. Aber wer bist DU eigentlich?

Die letzten Monate kommt mir mein Spiegelbild irgendwie fremd vor. Um genauer zu sein, ist es eher das, was ich dort zu sehen bekomme. In der letzten Zeit mochte ich nicht wirklich, was ich da zu sehen bekam. Müde, kleine Augen, die hinter immer tieferliegenden Augenringen immer mehr verschwanden, eine Frisur,die es kaum wert ist wirklich so genannt zu werden, eine Körpermitte die irgendwie nicht wirklich zu mir zu gehören schien - zumindest wollte ich das nicht wahrhaben und vom Po und den Oberschenkeln, fangen wir am besten garnicht erst an zu sprechen. Manch einer wird sagen - stell dich nicht so an und ich weiß garnicht was du hast. Du hast doch schließlich vor nicht mal 5 Monaten deine zweite Tochter auf die Welt gebracht. Lass dir Zeit!!!
Ja, die Sache mit der Zeit bzw. Geduld - nicht gerade eine meiner größten Stärken. Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema.
Aber das, was ich momentan zu sehen bekomme, ist einfach nicht das Spiegelbild, welches ich allmorgendlich "HALLO Sonnenschein" zurufen möchte.

Also was nun?
Eigentlich bleiben ja nur zwei Optionen. Weiter rumheulen und dem jugendlichen, schlanken Mittzwanziger-Ich hinterher trauern. Mich damit abfinden, dass zwei Schwangerschaften nun mal ihre Spuren hinerlassen. In einem gewissen Maß mit Sicherheit unausweichlich. Und das mag vielleicht der einfachere Weg sein. Und vielleicht auch der bequemere.


ODER ich ändere etwas,wo ich etwas ändern kann.
Ja genau ICH!!!





Wenn wir doch mal ehrlich sind, bin doch ICH diejenige, die für ihr Leben und alles was darin passiert oder eben nicht verantwortlich ist. ICH habe es in der Hand.

Nicht die ANDEREN, die schon 3 Wochen nach der Geburt, wie niemals schwanger aussehen, die Frauen die schon morgens aus dem Bett fallen und wie aus dem Ei gepellt aussehen (obwohl ich mir da nicht so ganz sicher bin, ob nicht schon mindestens 10 Minuten Kriegsbemalung vor dem Foto liegen ;-) ) und nicht diejenigen, welche ohne Sport und mit einer täglichen Dosis Schokolade, aussehen, wie gerade von einen großen Cover gehüpft. Wow, wenn es  sowas wirklich gibt - HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!




Hier aber nicht - Also schakka!!!!!!! Hallo ICH - Dich möchte ich wieder gerne sehen und dazu müssen ich und DU auch mal wieder mehr Zeit miteinander verbringen. Unsere Beziehung auffrischen, wieder mal miteinander ausgehen und uns nicht nur unter der Bettdecke verstecken und hoffen, dass sich alles schon wieder von selber richtet. Damit ich DICH wieder so richtig leiden mag, muss ICH auch endlich anfangen etwas zu ändern und mich mehr um UNS kümmern.




Und gestern war es dann endlich mal wieder soweit. Mein Herzmann hatte mich so wirklich frisiert und mit Schminke im Gesicht vor der Kameralinse. So hab ich mich trotz restlichen Babypfunden auch wieder richtig wohl gefühlt. Und ja was soll ich sagen, dass ist das ICH was ich einfach wieder öfter sehen mag.






Schnitt: "ROYA" (noch in der Testphase)


Habt einen tollen RUMS-Tag heute!




Wenn zusammen kommt, was zusammen gehört ...

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... so oder so ähnlich könnte das Ende der Geschichte von Nadine und Susanne sein. Aber eigtnlich ist dies erst der Anfang von etwas, was hoffentlich ganz große LIEBE wird.

Wenn Hamburger Lieblingsstoffhandel auf Hamburger Stoffdesign trifft, dann kann das einfach nur toll werden ♥♥♥




Die Rede ist, wie viele wahrscheinlich schon ahnen, von Alles für Selbermacher und Hamburger Liebe.

Die Serie "Cutie" der "First Grade"-Kollektion hat es mir direkt angetan und auch das Outfit dazu, war in meinem Kopf schon fertig genäht, bevor ich die Stoffe in den Händen hielt.



Eine sommerliche Kombination aus einer Tunika und einer Leggings mit dem besonderen Etwas sollte es werden. Und da mir das Minimädchen gerade ja nicht wirklich viel Zeit zum Nähen lässt, musste eine kleine Nachtschicht eingelegt werden, um das Oufit auch umgehend in der Realität Gestalt annehmen zu lassen.

Direkt am nächsten Morgen habe ich dann schnell die Fotosausrüstung aufgebaut, um unsere Kleinste abzulichten. Denn die Zeit von 8:00-9:00 Uhr ist bei uns komischerweise immer die Gutelaune-Phase und das musste ich schnell ausnutzen.

 



 




Wie ihr seht, kann unser Minimädchen auch anders und ein richtiger Sonnenschein sein ♥
Ich möchte mich hier jetzt auch für die vielen liebe Kommentare und Nachrichten hier im Blog und bei Facebook bedanken, die ich nach meinem letzten Blogbeitrag erhalten habe. JA auch mir tut es gut, zu hören, dass man nicht alleine ist :-)



Hoffentlich kommen die warmen Temperaturen bald zurück, dass wir unser Outfit auch ausführen können.

                         Stoff: "First Grade" Schleifchen - Design: Hamburger Liebe
"Vichy-Jersey" - Design: Nikiko

Schnitt: Babykleid von Klimperklein
          Leggings - eigener Schnitt



Habt eine tolle Woche!




Es sind schon (erst) 3 Monate

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Wie oft habe ich in den letzten Wochen vor meinem viel zu vollem Kleiderschrank gestanden und doch nichts passendes gefunden. Mindestens zehn Mal habe ich meine Lieblingshose anprobiert, um festzustellen, dass der Knopf nicht mal ansatzweise zu schließen geht. Und auch die 10 anderen Jeans  gehen nicht, ohne tiefe Druckstellen auf dem viel zu weichen und immer noch deutlich zu rundem After-Baby-Bauch zu hinterlassen, zu. Weinend stand ich vor einem riesigen textilen Berg, der gut und gerne die Schränke zweier Frauen füllen könnte und fand doch nichts zum anziehen.

„Es sind doch erst drei Monate vergangen“ versuchte mein Mann mich erst letzte Woche aufzuheitern.



JA es sind schon drei Monate vergangen! Ein viertel Jahr – ganze 12 Wochen




3 Monate, in denen dieses kleine Wesen unser Leben aber mal sowas von ordentlich auf den Kopf gestellt hat, das es mich ehrlicherweise mit voller Wucht und ungebremst getroffen hat. Es ist ja nicht so, dass mich nicht der Ein oder Andere vorgewarnt hätte, dass das Leben mit 2 kleinen Kindern doch nochmal eine andere Hausnummer ist. Ja, ich hab Euch damals ehrlicherweise nicht so wirklich geglaubt.

3 Monate, in denen ich schon um 9:30 Uhr anfange Mittag zu kochen, weil ich nicht vorhersehen kann, wann die kleine Milchvampirella wieder Hunger hat und wie lange ich dann an die Couch gefesselt bin. Schon seltsam, wenn einem auf einmal Spaghetti mit Fertig-Pesto wie eine Sternekoch-gekrönte Meisterleistung vorkommt.

3 Monate, in denen ich ständig versuche, der Großen Tochter in den wenigen Minuten, in denen mich das Minimädchen mal durchschnaufen lässt, wieder die Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen, die sie 3 Jahre lang von uns gewohnt war und natürlich auch heute noch braucht. Manchmal wünsche ich mir wirklich einen Mamaklon, damit ich nicht ständig das Gefühl habe mich zerteilen zu müssen.

3 Monate, in denen ich Welten davon entfernt bin, mich wieder so attraktiv zu fühlen wie vorher. Schminke zum Beispiel sieht mein Gesicht momentan höchst selten und auch dann lassen sich die Ringe unter den Augen kaum wegschummeln. Duschen ist ahtuell eher eine sportliche Sprintleistung, als ein entspannendes Wellnessritual.

3 Monate, in den meine eh immer schon viel zu lange To-DO-Liste ungeahnte Ausmaße annimmt und ich weiß, dass ich sie NIE im Leben zeitnah abarbeiten werde. Ich fühle mich schon wie Superwomen, wenn ich - das Minimädchen in der Trage- es fertig bringe, die Wohnung einmal komplett durchzusaugen. Es kratzt an meinen Nerven  immer wieder Dinge aufschieben zu müssen, die eigentlich schon längst hätten erledigt sein sollen. Mittlerweile habe ich sogar aufgegeben To-Do-Listen zu schreiben, da ich durch ihre schier unendliche Länge nur noch mehr dran erinnert werde, wie wenig ich momentan schaffe.

3 Monate, in denen mich ein oft weinendes und wütendes Bündel Leben, meine momentan einzige sich in Dauerschleife wiederholende Checkliste abhaken lässt – HUNGER, KUSCHELN, WINDEL-CHECK, KUSCHELN, MÜDE und wieder von vorn.

3 Monate, in denen sich scheinbar meine Hirnzellen den Schlaf holen, den mein Körper nicht bekommt. Oder wie ist es so plötzlich zu erklären, dass ich unter einer scheinbar und hoffentlich temporären Demenz leide und ich mir nichts, aber auch garnichts mehr merken kann. Eine ungeahnte Verschwinderietis von Schnullern und Schlüsseln, die urplötzlich an wirklich seltsamen Orten wieder auftauchen und ich mich beim besten Willen nicht entsinnen kann, sie jemals dort abgelegt zu haben. Ich sag nur Sockenschublade …!!!!!!!
Neulich im Supermarkt, stand ich total verloren am Eingang und fühlte mich für einen kurzen Moment wie in einer Blase. Warum war ich nochmal hier? Ja ich wollte noch ein paar Dinge fürs Mittagessen besorgen- ich weiß noch es waren 3 Dinge, aber UM HIMMELS WILLEN was war das nochmal??? Da hilft es momentan auch kaum einen Einkaufszettel zu schreiben, denn der bleibt garantiert zu Hause liegen, weil ich ihn VERGESSEN habe.
Langsam finde ich die Sache mit der Stilldemenz echt nicht mehr lustig!!! Fragt mal meinen Ehemann!

3 MONATE – ich bin müde, ausgelaugt, erschöpft, manchmal auch traurig, frustriert, überfordert und genervt!




ABER wisst ihr was ich trotz all dem noch bin - ich bin seit 3 Monaten auch unendlich GLÜCKLICH und so voller LIEBE.
Glaubt man bei all dem Chaos kaum – IST ABER SO.
Ich bin keine perfekte Supermum und unsere Tage sind oft genug noch weit entfernt davon, die einer Bilderbuchfamilie zu sein, aber seit drei Monaten ist da eine Wärme in meinem Herzen, die mich am Ende des Tages doch seelig schlafen lässt – zumindest immer mal wieder 2-3 Stunden am Stück ;-)
Ich  habe zwei gesunde Töchter und einen liebevollen, geduldigen Ehemann. Das ist alles was am Ende des Tages zählt.

Und genau dieser Lieblingsmann ist es auch, der aus dem SCHON ein ERST macht. Und mir das immer wieder vor Augen hält. Danke mein Schatz




Erst 3 Monate ist es her, dass ich noch ein Baby bekommen habe!!!  Erst 3 Monate sind wir komplett und hatten Zeit uns zu finden und uns an ein gemeinsames Leben zu gewöhnen.
So viel Zeit liegt noch vor uns, in der jeden Tag mehr Ordnung ins Chaos rückt, in der ich lerne nur die wirklich wichtigen Dinge auf eine To-DO-Liste zu setzen und dass sich die Uhren eben jetzt wesentlich gemütlicher drehen, ich mir langsam bewusst werde, das mich zu teilen niemand verlangt und ich mich voll und ganz auf das zweite Mal Mamasein einlassen kann - mit all seinen Turbolenzen, Höhen, Tiefen und Momenten voller Glückseeligkeit. 

Und auch dank diesem Lieblingsmann wird mindestens die nächsten drei Monate nicht mehr vorm Kleiderschrank geweint, denn 2 neue Hosen eine Nummer größer, tun nicht nur der Seele gut, sondern auch dem sonst so eingequetschten, immer noch schwabbeligem After-Baby-Bauch ;-)


 Schnitt: "Wickelbody" von Klimperklein
Stoff: "La Ville" von Alles für Selbermacher










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